Forum Leipziger Westen nahm am 5. April die Arbeit auf (Ortsblatt 05 / 2002)

Städteplaner, Händler, Gewerbetreibende, Vermieter und Mieter, Mitarbeiter von Interessenge-meinschaften und Vereinen, ältere und jüngere Bewohner waren am 5. April 2002 zur Gründung des Forums Leipziger Westen gekommen, um ihr Interesse und zum Teil auch ihre Bereitschaft zu bekunden, in einer der drei neu gegründeten Themengruppen aktiv mitzuwirken:

  • Wirtschaft und Beschäftigung
  • Stadträumliche Qualitäten
  • Soziale Qualitäten

Wichtigstes Ziel aller: Den Leipziger Westen in den kommenden Jahren attraktiver und lebenswer-ter zu gestalten. Fakt ist: Immer mehr Einwohner laufen weg, der hohe Leerstand von Wohnungen schlägt sich auf die Kaufkraft nieder - Händler und Gewerbetreibende kämpfen ums Überleben. Was tun? Programmsteuerer Norbert Raschke vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung erläuterte die vordringlichsten Aufgaben, um diesem Prozess Einhalt zu gebieten. Konkrete Vor-stellung, wie man den Verfall von Altbauten durch konkrete Sanierungsmaßnahmen stoppen, mehr Grün in die Straßen bringen, alte Brachflächen neu beleben kann - über all diese Fragen wurde bereits in den letzten Monaten ausführlich diskutiert. Jetzt will man konkrete Taten sehen! Aber allein das Nachdenken darüber, ob denn nun die brachliegenden Flächen neu bebaut oder besser durch Bäume, Sträucher und Spielplätze belebt werden sollen, macht deutlich - das Engagement und das Mitspracherecht der hier lebenden Menschen ist dringend erforderlich. Große wie kleine Anregungen wurden deshalb in einem „Ideenpool" festgehalten. Im „Projektpool" finden sich die Vorhaben, deren Inhalt in einem vorgegebenen Projektsteckbrief konkret umschrieben worden sind.

Das Forum Leipziger Westen, das viermal im Jahr tagen wird, versteht sich als Diskussionsplatt-form aller interessierter Bürger. Hier werden die Ergebnisse der zwischenzeitlich wirkenden The-mengruppen ausgewertet und neue Impulse gegeben. Das nächste Forum ist übrigens für den 14. Juni 2002 geplant.

Einen Wermutstropfen gab es an diesem Gründungstag jedoch: Enttäuschung herrschte darüber, dass nur ein Vertreter vom Forum Leipziger Westen am Beirat für integrierte Stadtteilentwicklung teilnehmen darf. Inzwischen wurde die Satzung geändert, so dass der Vertreter des Forums im Beirat durch den Erhalt eines Stimmrechts Mitspracherecht erhält. Dadurch kann er die Interessen der Akteure zielgerichtet einbringen. Die Vorschläge werden dem Regierungspräsidium unterbreitet, das als Bewilligungsbehörde für die EU Fördermittel agiert.